Im dem Buch «Remediation» von Jay David Bolter und Richard Grusin wird ein die Abbildungen der westlichen Kultur durchziehender Gegensatz behandelt. Diesen Gegensatz beschreiben Bolter und Grusin mit den Worten «Hypermediacy» und «Immediacy».[1] Einerseits streben die medialen Abbildungen unserer Kultur nach ihrer Vervielfältigung, andererseits verschwinden die Spuren dieser abgebildeten Realität: «Our culture wants both to multiply its media and to erase all traces of mediation.»[2]
Dieses Phänomen nennen die Autoren «Immediacy». Diese Unmittelbarkeit des Mediums lies die Betrachter der ersten Filme vor der abgebildeten Lokomotive der Gebrüder Lumière davon rennen, und auch heute vergessen wir manchmal, dass wir einen fiktiven Film betrachten «The logic of immediacy dictates that the medium itself should disappear and leave us in the pressence of the thing represented.»[3] So erkennt man Versuche, das Medium so transparent wie möglich zu machen in Beispielen, die von der Linearperspektive Brunoleschis bis hin zu der den Inhalt ordnenden Arbeit des Typographen Jan Tschichold reichen.[4]
Die «Hypermediacy» gilt dagegen als «style of visual representation whose goal is to remind the viewer of the medium.»[5] Als Beispiele für diese Bewusstmachung der medialen Betrachtung sind hier vor allem Medienkünstler zu nennen, die über die abbildenden Medien reflektieren und diese als Kalkül in die Rezeption zurückführen. Eine Auseinandersetzung des Mediums mit sich selbst findet sich zudem in vielen Filmen.