Friedrich Kittler hält dagegen die dargestellten Pixel strukturell für nicht so leicht zugänglich. Er spricht vielmehr von einem zur Zeit vorherrschenden «Missverhältnis von Analyse und Synthese, zwischen Berechnung und Errechnung digitaler Bilder».[1]
Die Lust auf fertig errechnete Bilder scheint Kittler «so groß oder geldgierig, dass die Computergrafik […] fast als Einwegstraße anmutet, das heißt von jeder möglichen Rückkopplung abgeschnitten bleibt. Handelsübliche Grafikkarten sind einzig dazu da, Bilder aus dem Arbeisspeicher durchzurechnen. Die Bildsynthese ist, mit anderen Worten der Analyse technisch noch meilenweit voraus.»[2]

Eine durch den Computer erzeugte Klaue aus/von «Godzilla» (Roland Emmerich, 1998) Quelle: Computer Graphics World
«Selbst eine so prominente Grafiksoftware wie «XWindow», unter Unix als Betriebssystem nachgerade Standard, erlaubt zwar ganz selbstverständlich, Pixel oder Farben auszugeben, kennt aber nicht einmal Befehle, um derlei Farben auf dem Monitor auch wieder einzulesen. Kein XGetPixel() entspricht dem XDrawPixel(). Insofern bleibt die Computergrafik, wie sie dem Endnutzer vor Augen steht, eigentümlich blind.»[3]
Für manche Aufgabenstellung sieht Kittler den Computer dem menschlichen Auge klar im Vorteil — beispielsweise wenn die Echtheit oder Falschheit eines Gemäldes festgestellt werden müsste. «Algorithmen, die Bilder statt nach bloßen Künstlernamen oder Titeln nach ihrer realen Machart ordnen, zum Beispiel nach maximalen Ähnlichkeiten, könnten hier unter Umständen den Beweis bringen.»[4]